Sabine Zahn

Ihr Spaziergang beginnt nicht mit dem losgehen, sondern mit der Überquerung der Straße auf der anderen Seite des Tunnels. Sagt sie.
Der Raum zwischen uns am Anfang, wie eine Blase in die ich erst eintauche.
Gedämpftheit, viel weicher als der Körper mir eigentlich scheint.
Wie sie zwischen den Menschen verschwindet.
Das Geräusch ihrer Sohlen auf Asphalt zwischen Zehngeschossern, als hätte sie Absätze.
Der Hals, durch den Jackenkragen fast wie durch eine Halskrause gestützt.
Sie geht nah an den Autos. Autos – die heilige Kuh des Privaten im Öffentlichen.
Der Boden hier ist feucht, unter der Oberfläche der neuen Häuser ist es aber fast schimmelig. Sagt sie. Die Füße spielen mit dem Boden.
Ist es das, wie der andere da ist, was dadurch, das ich diesen Bezugspunkt habe, auf mich wirkt?
Ich erinnere mich an den Ort nur, indem ich mich an meine Konzentration auf M. erinnere, dann erscheinen auch die Orte. Wie durch eine Linse.
Aber es geht auch anders-herum. Die Frau mit dem Hund. Ich liege, sie geht ein paar wenige Schritte neben mir vorbei, und schaut nur auf ihren Hund.
Ich wollte begleiten üben.
Was erzählt sich von Körper zu Körper über Alltag, Räume und Bewegungen?

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März, 2016

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