Klaus Hartmann

Ausstellung in den Lichtenberg Studios Juli/August 2020
“Schaufenster” im Erdgeschoss,Türrschmidtstr. 24

Ausstellungsdauer: 8. Juli bis 30. August 2020

Öffnunszeiten: Di – Fr 11 – 18 Uhr

Klaus Hartmann hat in den letzten Jahren eine Gruppe von Gemälden geschaffen, die sich mit Postkartenmotiven beschäftigt. Dies war der Grund für die Einladung der Lichtenberg Studios mit der Anfrage, ob er bereit wäre, zehn Gemälde über den Stadtbezirk zu malen.

Als Kind sammelte Klaus Hartmann Postkarten. Er wuchs in der DDR auf. Seine Eltern hatten familiär, durch Freunde und den Beruf seines Vaters (er war Pfarrer) zahlreiche Kontakte in das sozialistische und westliche Ausland. So erhielten sie Postkarten aus aller Herren Länder. Sein besonderer Stolz war eine mehrteilige Karte vom Flughafen Montreal in Form eines vierblätterigen Kleeblattes mit knallroten Rändern und eine Eisbären-Karte aus Kamtschatka.

Trotz der Offensichtlichkeit der Motive verbergen sich hinter jedem Motiv Geschichten, die über Lichtenberg erzählen. So fällt zum BeispieI im Bild mit den Flamingos ein seltsames Licht auf. Es ist entstanden nach einem Schnappschuss, im mit Kunstlicht, gefluteten Winterquartier der Vögel im Tierpark Friedrichsfelde. Das Bild steht für Hartmann in Korrespondenz zu den wunderbaren mit exotischen Vögeln bemalten Papiertapeten im Schloss Friedrichsfelde. Das freistehende kleine Gebäude eines Blumenladens in Neu-Hohenschönhausen an einem trüben Wintertag vor einem Plattenbau erzählt über das Zusammenleben der Bewohner in einem Neubaugebiet, seinen Einkaufsmöglichkeiten und darüber sich das Leben ein wenig schöner zu gestalten. Es ist nicht machbar, die zahlreichen Facetten Lichtenbergs anhand von zehn Gemälden darzustellen, aber die malerische Auseinandersetzung mit dem Medium der Ansichtskarte gab Klaus Hartmann die Möglichkeit, ein Stück Alltag in Lichtenberg festzuhalten.

Klaus Hartmann, Traben am Abend, 2020, Acryl und Öl auf Leinwand, 46×65 cm
Juli, 2020