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	<title>Aktuell &#8211; Lichtenberg Studios</title>
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	<description>[:de]Internetseite der Lichtenberg Studios[:en]Website of the Lichtenberg Studios[:]</description>
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		<title>Die Lichtenberg Studios sind vorbei</title>
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		<dc:creator><![CDATA[uwe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 08 Oct 2025 16:52:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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					<description><![CDATA[Abschiedsstatement Lichtenberg Studios 2011–2025 Nach 237 Resident:innen, neun Workshops mit Universitäten, einer Heftreihe mit 83 Titeln sowie 19 Quartalsbroschüren seit 2020 endet im September 2025 das Projekt Lichtenberg Studios. 15 Jahre sind für ein Residenzprogramm eine ungewöhnlich lange Zeit. Dass es uns gelang, über so viele Jahre künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum Lichtenbergs zu realisieren, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Abschiedsstatement Lichtenberg Studios 2011–2025</strong></p>
<p>Nach 237 Resident:innen, neun Workshops mit Universitäten, einer Heftreihe mit 83 Titeln sowie 19 Quartalsbroschüren seit 2020 endet im September 2025 das Projekt Lichtenberg Studios. 15 Jahre sind für ein Residenzprogramm eine ungewöhnlich lange Zeit. Dass es uns gelang, über so viele Jahre künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum Lichtenbergs zu realisieren, verstehen wir selbst als bemerkenswerte Leistung. Intervention Berlin e.V. als Träger und ich, Uwe Jonas, als Leiter des Programms, blicken dankbar auf eine Phase zurück, die vielen Künstler:innen aus aller Welt eine produktive und inspirierende Zeit ermöglicht hat.</p>
<p>Die Stärke der Lichtenberg Studios lag darin, dass Künstler:innen in ungezwungener Form neue Sichtweisen auf einen Bezirk eröffneten, der sonst eher selten im Fokus der Kunstwelt steht. Zahlreiche Kooperationen führten nicht nur internationale Gäste nach Berlin, sondern ermöglichten auch Berliner Künstler:innen Aufenthalte in Zusammenarbeit und Kooperation mit dem Goethe Institut in Bangalore, der Kulturverwaltung in Gibraltar, und lokalen Akteurinnen in Die oder zuletzt in Sineu. Ebenso wertvoll waren die Lectures, Ausstellungen, Publikationen und unzähligen Begegnungen – vom Vortrag bis zur Dinnerparty. Dort wurde nicht nur Kunst gezeigt, sondern auch Gemeinschaft gelebt und über Inhalte diskutiert.</p>
<p>Nun ist es tatsächlich vorbei, was natürlich schmerzlich ist und einen großen Verlust bedeutet. Aber alles ist endlich, und wie schon geschrieben, ist es fast ein Wunder, so lange durchgehalten zu haben. Residenzprojekte sind immer schwierig zu vermitteln und zu kommunizieren, da sie zum großen Teil „verdeckt“ ablaufen. Die Resident:innen wohnen und arbeiten in den bereitgestellten Räumen und treten nur gelegentlich in die Öffentlichkeit, etwa bei einer Lecture oder einer Ausstellung. Bei den Lichtenberg Studios kam noch hinzu, dass der Fokus auf künstlerische Interventionen in der Öffentlichkeit Lichtenbergs gelegt wurde. Das ist wiederum eine „versteckte“ Kunstform, die von der Abwesenheit der Autor:innen lebt, die ihre Werke in der Öffentlichkeit zurücklassen.</p>
<p>Trotz dieser Aktivitäten, mit denen das Manko der „Unauffälligkeit“ auch für den Geldgeber, den Bezirk Lichtenberg, erträglicher gemacht werden sollte, wurde die Kritik immer lauter. Dies führte im Jahr 2020 zum ersten Versuch, das Projekt Lichtenberg Studios zu beenden. Nur dank einer starken Kampagne und der Unterstützung vieler Beteiligter, einschließlich des damaligen Bürgermeisters, konnte ein abruptes Ende verhindert werden. Doch der Preis war hoch: Das Vertrauen zwischen Verein und Fachbereich blieb dauerhaft beschädigt. Statt kontinuierlicher Zusammenarbeit folgten kurze Vertragslaufzeiten, kompliziertere Antragsverfahren und immer wieder dieselben Kritikpunkte, zusammengefasst in der Formel: „Das bekommt keiner mit.“ Positive Rückmeldungen blieben aus. Die Atmosphäre wurde zunehmend belastend, die Resilienz des Vereins erschöpft.</p>
<p>Nun hat der Fachbereich entschieden, die Räume, die wir seit 2011 bespielten, zu renovieren. Uns wurde mitgeteilt, sie bis zum 8. September 2025 geräumt zu übergeben. Was danach dort geschieht, wurde uns nicht mitgeteilt. Für uns ist dies der Schlusspunkt. Wir beenden die Lichtenberg Studios nicht im Streit, sondern mit Klarheit und kampflos. Wir wissen, dass wir über 15 Jahre etwas geschaffen haben, das in Erinnerung bleibt – auch wenn es nicht in der Logik von Verwaltungsakten aufscheint.</p>
<p>Unser Fazit ist daher doppelt: Stolz auf das, was gelungen ist, und Ernüchterung darüber, dass dieses Gelingen nicht als Stärke erkannt wurde. Wir nehmen Abschied mit Dankbarkeit gegenüber allen, die uns begleitet haben: den Künstler:innen, den Kooperationspartner:innen, den Freund:innen, den Unterstützer:innen und den vielen Menschen, die wir in Lichtenberg und weit darüber hinaus kennenlernen durften.</p>
<p>Die Lichtenberg Studios schließen ihre Türen. Doch die Erfahrungen, Begegnungen und künstlerischen Spuren bleiben. Wir verabschieden uns ohne Bitterkeit, aber auch ohne Illusionen – und mit dem Bewusstsein, dass wir eine Form von Kunst und Austausch gelebt haben, die einzigartig war und die so nicht wiederkommt.</p>
<p>Uwe Jonas, 8. September 2025</p>
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		<title>Peter Kees</title>
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		<dc:creator><![CDATA[uwe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Mar 2025 08:54:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Auf einem ersten Spaziergang entlang der Rummelsburger Bucht fielen mir zwei scheinbar verwaiste Einkaufswägen auf, gefüllt mit Plastiktüten, Kleidungsstücken und Schuhen. Sie wirkten wie soziale Ausrufezeichen neben den schmucken Neubauten, Townhouses, den Wohnstätten für Vermögende am Ufer der Spreebucht. Ich fotografierte die Fundstücke und erstellte mit einem der Bilder eine Vermissten-Anzeige, die ich mehrfach kopierte [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Auf einem ersten Spaziergang entlang der Rummelsburger Bucht fielen mir zwei scheinbar verwaiste Einkaufswägen auf, gefüllt mit Plastiktüten, Kleidungsstücken und Schuhen. Sie wirkten wie soziale Ausrufezeichen neben den schmucken Neubauten, Townhouses, den Wohnstätten für Vermögende am Ufer der Spreebucht. Ich fotografierte die Fundstücke und erstellte mit einem der Bilder eine Vermissten-Anzeige, die ich mehrfach kopierte und eben dort an Laternenmasten und Hauseingängen aushing, versehen mit dem Text: „Vermisst – Einkaufswagen mit mehreren Tüten. Darin Kleidung, Schuhe. Für alle Hinweise bin ich dankbar. Der Inhalt dient dem Überleben. Zuletzt gesehen: S-Bahn Rummelsburg. Bitte melden unter der Telefonnummer 0176-48532440.“ Tatsächlich bekam ich einige Anrufe: Mein Wagen sei gefunden worden. Bei einer anderen Tour in der Buchberger Straße, eine eher unwirtliche Gegend, entdeckte ich an der Fassade des Berliner Rockhauses, ein ehemaliges Bürogebäude aus DDR-Zeiten, eine schäbige, zerschlissene Tüte aussen an einem Fenster hängend. Was mag sie beinhalten? Auch dieses Anti-Idyll lichtete ich ab, um ein weiteres Flugblatt anzufertigen, das ich in der Gegend um die Fundstelle aushing. „Gesucht – Tüte mit Wertsachen. Die Tüte selbst ist schon in die Jahre gekommen, hing an meinem Fenster in der Buchberger Straße (Berlin-Lichtenberg). Wahrscheinlich ist sie gestohlen worden. Darin war u.a. Bargeld. Bin für jeden Hinweis dankbar. Bitte melden unter der Telefonnummer 0176-48532440“, war darauf geschrieben. Wieder erreichten mich Anrufe: „Schau mal aus Deinem Fenster“, sagte einer. „Sonst nehme ich das Bargeld raus.“ Keine Anrufe erreichten mich hingegen bei der dritten Suchanzeige, die ich in der Gegend Frankfurter Allee, Ecke Schulze-Boysen-Straße aushing. „Gefunden – Braune Geldbörse aus Leder mit Bargeld und privaten Notizen hier ums Eck gefunden. Der Eigentümer möge sich unter der Telefonnummer 0176-48532440 melden.“ Auf dem Zettel war die Geldbörse abgebildet. Einige weitere Streifzüge durch den Bezirk hätten mich das Spiel mit dieser Art künstlerischer Interventionen noch an manch anderem Ort fortsetzen lassen können. Zurück an der malerischen Rummelsburger Bucht mit all den Gegensätzen zwischen moderner Wohnkultur, einfacher Hütten auf dem Wasser, auch Hausboote genannt, oder das in Wohnungen umwandelte Rummelsburger Gefängnis, 1877-79 als Arbeitslager entstanden, in der Zeit des Nationalsozialismus als Städtisches Arbeits- und Bewahrungshaus Berlin-Lichtenberg betrieben, in DDR-Zeiten als Haftanstalt (möchte man hier leben?), beschäftigte mich der grüne Zaun entlang des Wassers. Ein Biotop wird dort geschützt, der Lebensraum zahlreicher Tierarten an den Uferbereichen. „&#8230;jede Störung, wie z.B. Betreten, ist zu unterlassen. Zuwiderhandlungen werden ordnungsrechtlich verfolgt“, steht dort auf Schildern. Warum also nicht italienische Videoüberwachungs-Hinweisschilder an diesem Zaun anbringen, die mit ihrer gelb unterlegten schwarzen Kamera durchaus Signalwirkung entfalten. Hier also überwachen nun die Italiener. Ein absurdes Spiel, das Regelwerke menschlichen Miteinanders zum Thema macht. Berlin-Lichtenberg mit Stasi-Zentrale, dem asiatischen Großmarkt, dem Tierpark, den vielen Hochhäusern, manch unbehaglicher Ecke im grauen November mit seinem kurzen Licht zu erforschen, ist ein Unterfangen, das in drei Wochen höchstens rudimentär gelingen kann. Da wäre noch so viel, auf das man künstlerisch reagieren kann und sollte&#8230; Mitgebracht hatte ich etwas Niemandsland. Besser: ein mit dem Wort „Niemandsland“ bedrucktes rot-weißes Absperrband. Auf dem Weg zum Ring-Center fielen mir vier nahe beieinander stehende Bäume vor einem Hochhaus an der Frankfurter Allee, Ecke Gürtelstraße auf. Diesen Bereich erklärte ich zum Niemandsland und war erstaunt, dass es auch Tage später dort noch existierte. Eine Frage beschäftigt mich immer wieder: Was wäre, wenn Land niemandem gehören würde? Könnte man es noch erobern? Dabei geht es um Jean-Jacques Rousseaus Eigentumskritik: „Der erste, der ein Stück Land eingezäunt hatte und dreist sagte: &#8218;Das ist mein&#8216; und so einfältige Leute fand, die das glaubten, wurde zum wahren Gründer der bürgerlichen Gesellschaft. Wieviele Verbrechen, Kriege, Morde, Leiden und Schrecken würde einer dem Menschengeschlecht erspart haben, hätte er die Pfähle herausgerissen oder den Graben zugeschüttet und seinesgleichen zugerufen: &#8218;Hört ja nicht auf diesen Betrüger. Ihr seid alle verloren, wenn ihr vergeßt, daß die Früchte allen gehören und die Erde keinem.“ Der Gegenstand betrifft die Frage nach Wohnraum wie nach kriegerischen Auseinandersetzungen gleichermaßen. Es geht um Ungleichheiten, um Konflikte. Heute ein rot-weißes Flatterband auf dem „Niemandsland“ steht um ein Gebiet zu spannen ist ein Eingriff in Eigentumsverhältnisse, zugleich eine Auseinandersetzung mit Rousseau, den existierenden gesellschaftlichen und politischen Ungleichheiten, auch mit den grausamen Kriegen der Gegenwart. Ich muss gestehen, ich habe den Bezirk auch mal verlassen: vor dem Café Moskau im Bezirk Mitte habe ich ebenfalls ein Niemandsland abgesteckt. Das dortige Niemandsland schlingt sich um ein Busstellenhäuschen. Lichtenberg mag es mir verzeihen, dass ich einmal untreu geworden bin.</p>


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		<title>Mark Lyon</title>
		<link>./../../../2025/03/mark-lyon/index.html</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[uwe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 01 Mar 2025 08:47:25 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Wir, Gewaltsamen, wir währen länger.Aber wann, in welchem aller Leben.sind wir endenlich offen und Empfänger?Rainer Maria Rilke, Sonnets to Orpheus, II, V Wenn ich jetzt an meine Erlebnisse in Berlin im vergangenen Oktober zurückdenke, muss ich meine Aufmerksamkeit auf die Schrebergärten richten, die ich zufällig in Lichtenberg entdeckt habe. So sehr wie der Hamburger Bahnhof, [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Wir, Gewaltsamen, wir währen länger.<br />Aber wann, in welchem aller Leben.<br />sind wir endenlich offen und Empfänger?<br />Rainer Maria Rilke, Sonnets to Orpheus, II, V</p>



<p>Wenn ich jetzt an meine Erlebnisse in Berlin im vergangenen Oktober zurückdenke, muss ich meine Aufmerksamkeit auf die Schrebergärten richten, die ich zufällig in Lichtenberg entdeckt habe. So sehr wie der Hamburger Bahnhof, die Gemäldegalerie, das Bode-Museum, C/O Berlin, die Neue Nationalgalerie, die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, das Jüdische Museum Berlin und andere einen tiefen Eindruck auf mich gemacht haben, ist mir klar Heute weiß ich, dass es die Präsenz der Natur war, die sich in dem üppigen Laub und den leuchtenden Farben der Schrebergärten ausdrückte, die meine Fantasie beflügelte und mich in ihren Bann zog.</p>



<p>Wenn ich im Morgengrauen vom Atelier in Lichtenberg aus die Sonne aufgehen sah, bekam ich romantische Impulse, die ich noch nie zuvor in der Nähe einer Stadt gespürt hatte. Ich fuhr schnell mit dem Fahrrad zu den Gärten und Maisonetten 10 Minuten entfernt. Das Licht des frühen Morgens in Verbindung mit der Feuchtigkeit des Taus schärfte die Texturen und konzentrierte die Farben, erhöhte ihre Sättigung um ein Vielfaches und intensivierte auf unerwartete Weise meine Wahrnehmungen. Ja, die Farbe würde meine Residenz dominieren und besiegeln! Außerdem verblüffte mich die Fruchtbarkeit der dunklen Erde, sobald sie freigelegt war. Dieser schwarze Lehm erlaubte eine intensive Bepflanzung, die von persönlicher Fantasie und Leidenschaft geleitet wurde. Weder ein ästhetisches Modell noch eine Design-Doktrin schienen die Gestaltung des Grundstücks oder die Auswahl der Obst-, Gemüse- oder Blumensorten zu bestimmen. Die einzige Befugnis, in die Gestaltung einzugreifen, konnte nur persönlich und idiosynkratisch sein und von subjektiver Freude zeugen.</p>



<p>Das waren &#8222;grüne&#8220; Bürger, die die Freiheit hatten, ihr Leben mit den frischesten Gemüsen und Früchten sowie mit Blumensträußen für den Tisch zu bereichern. Die Sorgfalt, mit der bestimmte saisonale Gemüse- und Obstsorten kombiniert wurden, bestätigte mir den Vorrang der Jahreszeiten. Außerdem waren die rustikalen Behausungen, die Ad-hoc-Konstruktionen und die volkstümlichen Erfindungen ein greifbarer Beweis dafür, dass Architektur ohne Architekten sowohl erstaunen als auch einen Zweck erfüllen kann.</p>



<p>Selbst die Vogelhäuser strotzten vor handwerklichem Einfallsreichtum. Der Komfort hat in diesen Gemeinschaften unzählige Ausprägungen, die an das Surreale grenzen. Jeder Morgen brachte neue Entdeckungen mit sich, eine neue Blüte hier, ein reifes Grün dort, eine zu Boden gefallene Frucht, den Zug der Vögel, den eindringlichen Ruf der hupenden Gänse &#8211; all das konnte der Passant beobachten. Wenn ich über die Zäune spähte, konnte ich genug farbige Energie für den ganzen Tag aufnehmen. Eine bemerkenswerte tägliche Nahrung, sowohl körperlich als auch geistig. Ich musste einen Blick darauf werfen, was sich während meiner Abwesenheit ereignet hatte. Hatte ein Frost den Boden bedeckt, welcher neue Vogel war gekommen oder gegangen, waren die Sonnenblumenkerne schon gefallen? Und die Freiheit, von einem Eindruck zum anderen zu wandern und schnell zu fotografieren, ohne dass die Wachhunde ihr Revier verbellen. Tatsächlich konnte jeder, der Augen hatte, dieses parzellierte Reich aus einer umfassenden Entfernung betreten und die Wunder der Natur bewundernd, vielleicht sogar ehrfürchtig, betrachten.</p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1000" height="800" data-id="8297" src="./../../../wp-content/uploads/2025/03/0001_10-copy.jpg" alt="" class="wp-image-8297" srcset="./../../../wp-content/uploads/2025/03/0001_10-copy.jpg 1000w, ./../../../wp-content/uploads/2025/03/0001_10-copy-500x400.jpg 500w, ./../../../wp-content/uploads/2025/03/0001_10-copy-200x160.jpg 200w, ./../../../wp-content/uploads/2025/03/0001_10-copy-768x614.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



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<p class="has-small-font-size">Alle Bilder: Mark Lyon, Berlin 2024</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Marcos Vidal Font</title>
		<link>./../../../2024/12/marcos-vidal-font-2/index.html</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[uwe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Dec 2024 12:12:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Marcos Vidal Font Diese Erfahrung des Flanierens beginnt mit den Spaziergängen, die ich im Bezirk Lichtenberg gemacht habe. Eine Stadtforschung durch die Straßen. Geografie, Anthropologie, Stadtplanung, Architektur sind nur ein Rauschen in meinen Ohren. Auf der Suche nach potenziellem und individuellem Wissen öffne ich meine Sinne und meinen Geist für neue Begegnungen, während ich mich [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Marcos Vidal Font</h2>
<p>Diese Erfahrung des Flanierens beginnt mit den Spaziergängen, die ich im Bezirk Lichtenberg gemacht habe. Eine Stadtforschung durch die Straßen. Geografie, Anthropologie, Stadtplanung, Architektur sind nur ein Rauschen in meinen Ohren.</p>
<p>Auf der Suche nach potenziellem und individuellem Wissen öffne ich meine Sinne und meinen Geist für neue Begegnungen, während ich mich treiben lasse, Objekte sammle und mich an Orte und Spaziergänge erinnere, um persönliche Karten und eine fertige Skulptur zu schaffen.</p>
<p>Die Objekte, die ich an den Orten finde, dienen als Übersetzer für die Informationen, die ich in einem Anarcho-Archiv sammle. Sie sind alle nützlich, um meine Skulptur zu schaffen, eine neue Vision des Viertels. Für mich ist Bildhauerei eine Art Spiel mit Objekten und der Realität. Alles, was ich auf der Straße finde, inspiriert mich. Ziegelsteine, Pflanzen, zurückgelassene Waren, Haushaltsgegenstände, Müll aus China, Erinnerungen an die Industrie &#8230; Es ist eine persönliche Sammlung.</p>


<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="677" height="1000" src="./../../../wp-content/uploads/2024/12/marcos1a-677x1000.jpg" alt="" class="wp-image-8098" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/12/marcos1a-677x1000.jpg 677w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/marcos1a-338x500.jpg 338w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/marcos1a-135x200.jpg 135w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/marcos1a-768x1135.jpg 768w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/marcos1a.jpg 1015w" sizes="(max-width: 677px) 100vw, 677px" /></figure>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="713" height="1000" data-id="8095" src="./../../../wp-content/uploads/2024/12/marcos1.jpg" alt="" class="wp-image-8095" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/12/marcos1.jpg 713w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/marcos1-357x500.jpg 357w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/marcos1-143x200.jpg 143w" sizes="(max-width: 713px) 100vw, 713px" /></figure>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="563" height="1000" data-id="8094" src="./../../../wp-content/uploads/2024/12/spot_20_130535.jpg" alt="" class="wp-image-8094" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/12/spot_20_130535.jpg 563w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/spot_20_130535-282x500.jpg 282w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/spot_20_130535-113x200.jpg 113w" sizes="(max-width: 563px) 100vw, 563px" /></figure>
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		<title>Verena Mörath</title>
		<link>./../../../2024/12/verena-moerath/index.html</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[uwe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Dec 2024 12:03:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Verena Mörath Lichtenberg ist ein Papageienvogel Ich habe mir Lichtenberg einfach aus dem Stadtplan Berlins ausgeschnitten. Der Bezirk sieht in 2D aus wie der Umriss eines Papageienvogels. Der Schnabel ist Falkenberg. Und unten rechts liegt Friedrichsfelde, wo der Tierpark verortet ist. Lichtenberg hat mich überrascht, als ich mein Vorhaben umgesetzt habe, es laufend und wandernd [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Verena Mörath</h2>
<p><strong>Lichtenberg ist ein Papageienvogel</strong></p>
<p>Ich habe mir Lichtenberg einfach aus dem Stadtplan Berlins ausgeschnitten. Der Bezirk sieht in 2D aus wie der Umriss eines Papageienvogels. Der Schnabel ist Falkenberg. Und unten rechts liegt Friedrichsfelde, wo der Tierpark verortet ist.</p>
<p>Lichtenberg hat mich überrascht, als ich mein Vorhaben umgesetzt habe, es laufend und wandernd im langsamen Tempo zu erkunden. Ich habe anfangs versucht, die Bezirksaußengrenze mit ca. 54 km Umfang schlicht abzugehen. Das hat aber leider nicht so ganz funktioniert, so hätte ich z.B. mitten durch den Rummelsberger See schwimmen müssen. Die Kartografie hat auf meinen Plan keine Rücksicht genommen. Aber ich habe insgesamt 79,81 km in Lichtenberg zu Fuß durchschritten und war tatsächlich in allen Lichtenberger Bezirksregionen. So zum Beispiel gezielt im Tierheim Berlin, dem größten seiner Art in Europa. Von oben sieht es aus wie einen Waschmaschinentrommel mit einzelnen runden Seifenblasen, so groß wie 22 Fußballfelder. Hier habe ich ein paar der 1300 Tiere kennengelernt und eine Handvoll der vielen Tierpfleger*innen und Ehrenamtlichen, die hier arbeiten. Beeindruckt hat mich, dass sogar Affen hier leben und australische Streifenköpfige Bartagame. Ein sehr belebtes Gebiet von 16 ha Fläche.<br />Im Vergleich dazu fand ich meine anderen vielen Spaziergänge und -läufe eher einsam. Selbst in Alt- und Neuhohenschönhausen bin ich nur wenigen Menschen begegnet. Ich fragte mich oft, wo sind all die Bewohner*innen der hohen Wohnblöcke, allein Neu-Hohenschönhausen lebten 2023 knapp 56.000 Menschen? Manchmal stand ich in Lichtenberg an einem Klingelbrett und konnte Maisfelder sehen, Asphalt und Wiese gleichzeitig berühren. Ich fand es verrückt und ich fand es vielfältig. Urban und ländlich zugleich. Wo sonst in Berlin leben 130 Schafe? Wie es im Landschaftspark Herzberge der Fall ist? Ich bin auch Karl Liebknecht begegnet. Nicht wahrhaftig, aber seinem Gedenkstein. Und es gibt erstaunlich viele Gewässer: u.a. Oranke- und Obersee, Malchower See, Fennpfluhl und das Papenpfuhlbecken. Dann hat mich neugierig gemacht, was auf der Margaretenhöhe im hohen Norden Lichtenbergs zu finden ist: Das Höchste hier nicht ein Berggipfel, sondern die Windräder und Strommasten, die am Rand einer Gartenkolonie stehen. Es gibt Orte in Lichtenberg, wie die Waldsiedlung Wuhlheide, die anmuten wie ein Museumsdorf. Und es gibt die Trabrennbahn in Karlshorst, deren Patina von ihrem hohen Alter erzählt, aber immer noch gibt es dort die Traber und die Pferdeäpfel und regelmäßig einen Antiquitätenmarkt mit kostspieligen Raritäten.</p>
<p><br />Mein Flanieren in Lichtenberg habe ich stets mit meiner Lauf-App dokumentiert und daraus ist ein witziges Zickzackmuster und eine wahrlich interessante, erstaunliche Fotosammlung entstanden. Noch fehlen mir 190 Meter, damit ich die 80 ZuFuß-Kilometer in Lichtenberg rund mache. Oder aber 20,19 km, damit ich es auf 100 Lichtenbergkilometer bringe. Da muss ich genau überlegen, wo im Zickzackmuster viele Lücken geblieben sind. Aber sicher werde ich diese noch abschreiten und fotografieren. Die Betrachter*innen meiner Bilder werden sich häufig fragen, wo ich wohl gewesen bin.</p>


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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="643" height="1000" data-id="8070" src="./../../../wp-content/uploads/2024/12/FennpfuhlHochha¨user.jpg" alt="" class="wp-image-8070" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/12/FennpfuhlHochha¨user.jpg 643w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/FennpfuhlHochha¨user-322x500.jpg 322w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/FennpfuhlHochha¨user-129x200.jpg 129w" sizes="(max-width: 643px) 100vw, 643px" /></figure>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="643" height="1000" data-id="8076" src="./../../../wp-content/uploads/2024/12/Margaretenho¨heWindRad.jpg" alt="" class="wp-image-8076" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/12/Margaretenho¨heWindRad.jpg 643w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Margaretenho¨heWindRad-322x500.jpg 322w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Margaretenho¨heWindRad-129x200.jpg 129w" sizes="(max-width: 643px) 100vw, 643px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="643" height="1000" data-id="8074" src="./../../../wp-content/uploads/2024/12/RummelsburgClub.jpg" alt="" class="wp-image-8074" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/12/RummelsburgClub.jpg 643w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/RummelsburgClub-322x500.jpg 322w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/RummelsburgClub-129x200.jpg 129w" sizes="(max-width: 643px) 100vw, 643px" /></figure>
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		<title>Lorena Ruiz Pellicero</title>
		<link>./../../../2024/12/lorena-ruiz-pellicero/index.html</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[uwe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Dec 2024 11:57:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Lorena Ruiz Pellicero Als ich in Lichtenberg ankam, entdeckte ich auf der Straße vor dem Atelier eine “connect the dots”-Zeichnung auf einem öffentlichen Regal. Instinktiv begann ich, die Karte des Bezirks Lichtenberg zu übermalen, und versuchte, ihre Form auf ein Minimum an Ausdruck zu vereinfachen. Dann suchte ich die Koordinaten dieser Punkte in Google Maps. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Lorena Ruiz Pellicero</h2>
<p>Als ich in Lichtenberg ankam, entdeckte ich auf der Straße vor dem Atelier eine “connect the dots”-Zeichnung auf einem öffentlichen Regal. Instinktiv begann ich, die Karte des Bezirks Lichtenberg zu übermalen, und versuchte, ihre Form auf ein Minimum an Ausdruck zu vereinfachen.</p>
<p>Dann suchte ich die Koordinaten dieser Punkte in Google Maps. Anstatt herumzulaufen und nach Dingen zu suchen, die mir auffallen würden, entschied ich mich, diese Auswahl der Geografie der Karte und ihrer vermeintlichen Zufälligkeit zu überlassen. Ich ging zu jedem der 15 Orte an den Rändern der Karte und fotografierte, was ich dort fand. An den meisten dieser Orte fand ich natürliche oder künstliche Hindernisse: Mauern, Bahngleise, Straßen, Wälder, Zäune und so weiter. Es ist, als ob die Form der Karte die Landschaft bestimmt oder umgekehrt.</p>


<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="677" height="1000" src="./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lorena1-677x1000.jpg" alt="" class="wp-image-8058" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lorena1-677x1000.jpg 677w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lorena1-338x500.jpg 338w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lorena1-135x200.jpg 135w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lorena1-768x1135.jpg 768w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lorena1.jpg 1015w" sizes="(max-width: 677px) 100vw, 677px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1000" height="896" src="./../../../wp-content/uploads/2024/12/Map-Lichtenberg-1.jpg" alt="" class="wp-image-8060" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/12/Map-Lichtenberg-1.jpg 1000w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Map-Lichtenberg-1-500x448.jpg 500w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Map-Lichtenberg-1-200x179.jpg 200w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Map-Lichtenberg-1-768x688.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>
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			</item>
		<item>
		<title>Lydia Beily</title>
		<link>./../../../2024/12/lydia-beily/index.html</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[uwe]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 04 Dec 2024 11:43:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Lydia Beily In Zusammenarbeit mit Emily Goodwin, einer Performance-Künstlerin und Kostümbildnerin, und unter Anwendung der Methodik des Flanierens haben wir eine Form des urbanen Wanderns in den Mittelpunkt gestellt, die auf die versteckten Ecken und Kanten der Stadt aufmerksam macht. Durch diesen Prozess der Begehung untersuchten wir eine Reihe faszinierender Orte in Lichtenberg, an denen [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2>Lydia Beily</h2>
<p>In Zusammenarbeit mit <strong>Emily Goodwin</strong>, einer Performance-Künstlerin und Kostümbildnerin, und unter Anwendung der Methodik des Flanierens haben wir eine Form des urbanen Wanderns in den Mittelpunkt gestellt, die auf die versteckten Ecken und Kanten der Stadt aufmerksam macht. Durch diesen Prozess der Begehung untersuchten wir eine Reihe faszinierender Orte in Lichtenberg, an denen wir performative Interventionen durchführen wollten, die auf 16-mm-Film festgehalten werden sollten und einen Eindruck von unseren psychogeografischen Untersuchungen von Präsenz, Erinnerung und Ort vermitteln könnten.</p>
<p>Durch die zufällige Entdeckung eines vom Bauhaus-Künstler Oskar Schlemmer entworfenen Wohnblocks und nach weiteren Recherchen über seine dynamischen Performances wurden wir dazu inspiriert, eine Reihe von körperlichen skulpturalen Formen zu schaffen, die in einem visuellen Dialog mit seinem Stück Triadisches Ballett stehen sollten. Emily fertigte farbenfrohe konische Formen für ihre Arme, eine Kopfbedeckung, eine gewellte Halskrause und aufgefächerte Fußfesseln an, alles aus gefundenen, recycelten oder wiederverwendeten Materialien. Diese Verzierungen schränkten ihren regulären Bewegungsspielraum ein, was uns dazu veranlasste, die Kostümelemente als eine Art tragbare Skulptur zu betrachten, die Gelegenheit bot, mit alternativen Bewegungen, Gesten und Formen des körperlichen Ausdrucks zu experimentieren. Diese Bewegungen waren eine improvisierte Antwort auf die Straßen, Parkanlagen, architektonischen Details und Verkehrsknotenpunkte, durch die wir uns in Lichtenberg bewegten.</p>
<p>Die Bolex-Kamera wurde ebenfalls zu einem lebendigen Teilnehmer an dieser spontanen urbanen choreografischen Konversation und ich bediente den Apparat als reaktionsfähige physische Erweiterung meines eigenen Körpers und als Antwort auf diese sich ständig verändernden atmosphärischen Elemente.</p>
<p>Diese Mikro-Performances stellten eine Form der Live-Archivierung dar, die sowohl die unsichtbaren Spuren und Schichten der Präsenz, die in der geografischen Struktur von Lichtenberg verborgen sind, aktivierte, als auch die Gemeinschaft dazu einlud, daran teilzunehmen, zu beobachten oder sich selbst einzubringen, auf welche Weise auch immer sie es wünschte. Oft inspirierte allein der Anblick von uns, wie wir uns in lebendigen Kostümen und mit analogen Kameraausrüstungen durch die Straßen bewegten, neugierige Bürger*innen zum Innehalten und Beobachten oder zu einem angeregten Gespräch über unsere Arbeit und deren Bezug zum Bezirk. Diese Gespräche führten oft zu ermutigenden Worten oder Vorschlägen für interessante Drehorte, die wir erkunden wollten, und ein Anwohner lud uns sogar ein, sein altes offenes Feuerwehrauto als Drehort zu nutzen.</p>
<p>Jetzt, zurück in Schottland, sind die 16-mm-Filmrollen endlich aus dem Labor zurückgekehrt und während wir sie projizieren, werden die nachhallenden Momente in Berlin noch einmal beleuchtet. Die nächste Phase des Projekts besteht darin, diese Vignetten und Fragmente mit den von uns gemachten Feldaufnahmen zu verweben, um eine Dada-Film-Collage zu schaffen, die unsere spielerischen Erkundungen aufzeichnet und den Titel Lichtenberg Triadic Echoes trägt.</p>


<p></p>



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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1000" height="750" data-id="8042" src="./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-1.jpg" alt="" class="wp-image-8042" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-1.jpg 1000w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-1-500x375.jpg 500w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-1-200x150.jpg 200w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-1-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1000" height="750" data-id="8044" src="./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-van.jpg" alt="" class="wp-image-8044" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-van.jpg 1000w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-van-500x375.jpg 500w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-van-200x150.jpg 200w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-van-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1000" height="750" data-id="8046" src="./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-5.jpg" alt="" class="wp-image-8046" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-5.jpg 1000w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-5-500x375.jpg 500w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-5-200x150.jpg 200w, ./../../../wp-content/uploads/2024/12/Lichtenberg-5-768x576.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>
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		<item>
		<title>Marijo Ribas</title>
		<link>./../../../2024/08/marijo-ribas/index.html</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[uwe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Aug 2024 08:48:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2023]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Marijo Ribas Ich interessiere mich für Räume und wie sie Träger von Ideologie und Symbolik sind. Gedenkstätten, öffentliche Architektur und ländliche Räume sind mit Produktions- und Migrationssituationen verbunden. Meine Forschung in Lichtenberg begann mit der von Mies van der Rohe entworfenen Skulptur, die 1926 errichtet und 1935 von den Nazis abgerissen wurde. Mich interessierte die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Marijo Ribas</p>
<p>Ich interessiere mich für Räume und wie sie Träger von Ideologie und Symbolik sind. Gedenkstätten, öffentliche Architektur und ländliche Räume sind mit Produktions- und Migrationssituationen verbunden. Meine Forschung in Lichtenberg begann mit der von Mies van der Rohe entworfenen Skulptur, die 1926 errichtet und 1935 von den Nazis abgerissen wurde. Mich interessierte die Idee, wie ein Denkmal, das nicht mehr existiert, einen Platz in der Erinnerung behalten kann. Seitdem denke ich über die Funktion eines Denkmals nach: Repariert ein Denkmal einen Schaden?</p>
<p>Lichtenberg hat eine ländliche und proletarische Vergangenheit, die wichtigste Migrantengruppe in den 60er und 70er Jahren, die Gastarbeiter, kam aus Vietnam. Nach dem Fall der Berliner Mauer gab es keinen Plan für einen großen Teil der vietnamesischen Bevölkerung, die in Lichtenberg lebte und unter sklavenähnlichen Bedingungen arbeitete. Mit dem Wandel des Wirtschaftsmodells und der Schließung vieler Fabriken kehrten einige Vietnamesen in ihre Heimat zurück, andere entschieden sich, in Berlin zu bleiben. Es gibt immer noch eine große Community, wichtige Treffpunkte sind der Pagodentempel und das Dong Xuan Center.</p>
<p>Esskultur ist auch ein identitätsstiftendes Thema, das Ritual des Erntens, Teilens, Verkaufens und gemeinsamen Essens. Es ist kein Monument, es ist vergänglich, aber es kann giftig oder erinnerungswürdig sein. Ich habe ein Gemüse, eine Gurke, benutzt, um meine persönliche Erzählung um bedeutsame Ideen, Fakten und Räume zu konstruieren, die ich während meines Aufenthalts in Lichtenberg gefunden habe. Das Ergebnis der Recherche ist mit einer Serie von Studio- und Straßenfotografien verbunden, die diese Ideen durchkreuzen.</p>


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<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1000" height="667" data-id="8002" src="./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-1.jpg" alt="" class="wp-image-8002" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-1.jpg 1000w, ./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-1-500x334.jpg 500w, ./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-1-200x133.jpg 200w, ./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-1-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1000" height="667" data-id="8006" src="./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-3.jpg" alt="" class="wp-image-8006" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-3.jpg 1000w, ./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-3-500x334.jpg 500w, ./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-3-200x133.jpg 200w, ./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-3-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1000" height="667" data-id="8008" src="./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-5.jpg" alt="" class="wp-image-8008" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-5.jpg 1000w, ./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-5-500x334.jpg 500w, ./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-5-200x133.jpg 200w, ./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-5-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>



<figure class="wp-block-image size-large"><img decoding="async" width="1000" height="667" data-id="8004" src="./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-4.jpg" alt="" class="wp-image-8004" srcset="./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-4.jpg 1000w, ./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-4-500x334.jpg 500w, ./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-4-200x133.jpg 200w, ./../../../wp-content/uploads/2024/08/2-4-768x512.jpg 768w" sizes="(max-width: 1000px) 100vw, 1000px" /></figure>
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		<title>Marit Lindberg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[uwe]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 15 Aug 2024 08:27:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2023]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Marit Lindberg In diesem konzeptuellen Kunstprojekt wandert eine 1961 geborene Person durch den Bezirk Lichtenberg und reflektiert über Zeit, Geschichte und Umstände. Orte spiegeln die Vergangenheit wider, während ständig Neues geschieht. Gegenwart und Vergangenheit existieren parallel, und in Berlin zu sein bedeutet, mitten in der europäischen Geschichte zu stehen. Im ehemaligen Ostberlin tauchen immer wieder [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Marit Lindberg</p>
<p>In diesem konzeptuellen Kunstprojekt wandert eine 1961 geborene Person durch den Bezirk Lichtenberg und reflektiert über Zeit, Geschichte und Umstände. Orte spiegeln die Vergangenheit wider, während ständig Neues geschieht.</p>
<p>Gegenwart und Vergangenheit existieren parallel, und in Berlin zu sein bedeutet, mitten in der europäischen Geschichte zu stehen. Im ehemaligen Ostberlin tauchen immer wieder kleine Details auf, die an andere Orte erinnern, aber auch etwas Besonderes für diesen Ort sind. Die Person erinnert sich an eine Postkarte, die in der Regel in Gedenkstättenmuseen aus der DDR-Zeit verkauft wird. Das Bild stammt aus dem Jahr 1961 und zeigt eine schmerzhafte Szene, in der eine Familie auseinandergerissen wird. Ein Elternteil klettert über eine Stacheldrahtrolle, während der andere mit einem Kind auf dem Arm zurückbleibt. <br />Vielleicht war das Kind nur wenige Jahre älter als die Person, die jetzt nachdenklich umhergeht. Hat das Kind den anderen Elternteil wieder gesehen? Haben sie sich 1989 versöhnt?</p>
<p>Die Person geht zum Ring-Center, einem Einkaufszentrum, das in seiner heutigen Form 1995 eröffnet wurde. Jetzt wird das Zentrum umgebaut. Es ist voll mit Gerüsten und die Geschäfte sind vorübergehend geschlossen. Stattdessen geht die Person in das Einkaufszentrum Castello Kiez in Lichtenberg und trinkt eine Tasse Kaffee.</p>
<p>Das Einkaufszentrum wurde im Jahr 2000 mit &#8222;kreativer Energie, aber ohne Präzision&#8220; gebaut, wie es auf der eigenen Website heißt. (castelloberlin.de) Die Kosmonauten-Allee betritt man schon wegen des exotisch klingenden Straßennamens. Er erinnert an koloniale Bestrebungen, die der Vergangenheit anzugehören scheinen, obwohl sie sehr aktuell sind.</p>
<p>Die Person in dieser Arbeit wurde durch vier Cartoon-Papierpuppen dargestellt, die wie Marit Lindberg aussahen, aber wirklich jeder sein könnte. Die Papierpuppen wurden an verschiedenen Orten fotografiert. Jede Puppe wurde schließlich an verschiedenen Orten in Lichtenberg abgestellt.</p>
<p>Als die Puppen zum letzten Mal abgestellt wurden, wurden sie mit einem Text versehen: Ein 1961 geborener Mensch geht umher und denkt über Geschichte, Zeit und Zufälle nach.</p>
<p>Vielleicht hat jemand eine Puppe gefunden und ihre meditative Haltung als einen Akt des Widerstands gegen den sinnlosen Krieg und die Spannungen in der Welt verstanden?</p>


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		<title>Asami Togawa</title>
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		<dc:creator><![CDATA[uwe]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 11 Aug 2024 08:45:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[2023]]></category>
		<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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					<description><![CDATA[Asami Togawa Ich war noch nie jemand, der sich allzu viele Gedanken über die Orte gemacht hat, an denen ich früher gelebt oder die ich besucht hatte. Ich hatte nur den vagen Eindruck, dass die Dinge früher besser waren als heute, und beließ es dabei. Aber als ich durch das Atelier ging, wurde ich mit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Asami Togawa</strong> </p>
<p>Ich war noch nie jemand, der sich allzu viele Gedanken über die Orte gemacht hat, an denen ich früher gelebt oder die ich besucht hatte. Ich hatte nur den vagen Eindruck, dass die Dinge früher besser waren als heute, und beließ es dabei. Aber als ich durch das Atelier ging, wurde ich mit einer Landschaft konfrontiert, die mit meinen Erinnerungen an den Ort von vor 12 Jahren kollidierte. Ich verbrachte viel Zeit damit, mich mit den Dingen, die ich sah, zu arrangieren &#8211; Zeit, die ich mit der Arbeit hätte verbringen können.</p>
<p>Damals hatte ich den Eindruck, dass die Gegend um die Lichtenberg Studios ein dunkler und einsamer Ort war. Das lag wahrscheinlich an den umfangreichen Bau- und Straßenarbeiten am nahe gelegenen Bahnhof Ostkreuz. Der hoch aufragende alte Wasserturm neben dem Bahnhof war mir unheimlich und schien mich immer zu beobachten. Ich fühlte mich wie ein unwillkommener Fremder in der Stadt. Der Schein des Schildes eines Supermarktes inmitten der dunklen und leeren Baustellen beleuchtete schwach das dunkle und leere Innere des Supermarktes und ließ mich wissen, dass in diesem dunklen und leeren Viertel niemand zu sehen war. Dieser Supermarkt ist jetzt verschwunden.</p>
<p>Sind 12 Jahre so lang, dass sie das Gedächtnis einer Stadt verändern würden?</p>
<p>Orte, die einst schattig und feucht waren, erstrahlen nun in den Farben der Blumen der Saison. Landschaften werden aufgebaut, abgebaut, aufgebaut, abgebaut, immer und immer wieder, so dass sich Schichten bilden. Meistens sieht man nur die oberste Schicht, die dahinter liegende bleibt unsichtbar. Aber manchmal erhascht man einen Blick auf diese alten Schichten, Erinnerungen, die durch die Ritzen lugen. Das Wetter im April ist unbeständig, in einem Moment bewölkt, im nächsten sonnig. Plötzlich hagelt es.</p>
<p>Manche Leute mögen es genießen, auf alte Orte zu stoßen und in Erinnerungen zu schwelgen. Aber für mich war es fast unerträglich, durch die Landschaft zu laufen und Erinnerungen von vor 12 Jahren wachzurufen. Als ich die Leute in der Gegend nach dem dunklen und leeren Supermarkt fragte, sagten sie mir, sie wüssten nicht, dass es jemals einen gegeben habe.</p>
<p>Ich versuche, eine Brücke zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren zu schlagen, indem ich die Dinge, die ich aufhebe, leicht verändere. Ich möchte die Temperatur der Erinnerung von dort aus, wo ich heute stehe, genau richtig einstellen.</p>


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