Aktuell

Veranstaltungen Lichtenberg Studios

Türrschmidtstr. 24

Donnertag, 29. März um 19 Uhr


Mahmut Celayir

Vortrag, Diskussion zu seiner Arbeit und der kulturpolitischen Lage in der Türkei.

Mahmut Celayir 1952 in Bingöl, Kurdisches Gebiet in der Türkei, geboren. Nach der Schulzeit studierte er von 1972 bis 1976 an der Staatlichen Hochschule für angewandte Künste in Istanbul.

Er lebt als freischaffender Künstler zwischen İstanbul und Berlin.

Mahmut Celayir beschreibt sich selbst als zeitgenössischen Landschaftsmaler.

Landschaftsmalerei wird hier auch zur Erinnerungsarbeit, die sich mit der Frage nach der eigenen und der kollektiven Identität verknüpft. Für Celayir ist es kein Widerspruch, wenn er sich seinem Motiv einmal in fotografischer Schärfe nähert, und der Landschaft ein andermal über die gestische Abstraktion universale Weite verleiht.

Die Landschaften von Celayir sind das visuelle Material einer historischen, kulturellen und sozialen Struktur, die Darstellung eines archaischen Gebietes, dem er sich auch über Medien wie Film und Performance näherte.

Ein Gespräch mit dem Künstler auch über die gegenwärtige kulturpolitische Lage in der Türkei findet im Anschluß zu seinem Vortrag statt.

März, 2018

Birgit Hölmer (Berlin)

Im September 2017 war ich im Rahmen des Gibraltar-Berlin-Artist-Exchange Programms in Gibraltar.
In diesem speziellen britischen Ort, dominiert von dem großen Rock, der mit seinen vielen
Höhlen als löchriger Käse bezeichnet wird, habe ich 3 1/2 Wochen verbracht. Mächtig tritt er in
Erscheinung – als Wasserspeicher und oft mit einer riesigen Wolke (Levantes) bedeckt, aber bei
freier Sicht mit Blick auf Afrika.
Unten im Zentrum hatte ich ein Studio in der Macintosh Hall mit Bücherei, Café, Sitz der Cultural
Services, also mitten drin gut umsorgt. Mit dem Stimmengemurmel im Hintergrund ließ es sich
gut arbeiten, entstand eine Installation aus Wandtapes, Papierobjekten, beklebten Fundstücken, die
ich beim morgendlichen Gang zum Studio durch die Geschäftsstraßen gesammelt habe. Zusätzlich
sind noch ein Wandtapebild im Eingangsbereich und CUTS an den Außenfenstern eines der
Ausstellungsräume erhalten. Gegen Ende gab es eine gemeinsame Ausstellung. Ansonsten fand
man mich in den Straßen von Gibraltar um CUT-Interventionen vorzunehmen. Das heißt mit
Klebestreifenresten unangemeldet auf leerstehenden Schaufenstern abstrakte Formen entstehen zu
lassen.
Shane Dalmedo hat mich freundschaftlich begleitet und mit Künstlern, Journalisten, dem Fernsehsender
GBC, …bekannt gemacht. In Gibraltar gibt es eine größere Verbindlichkeit, die abends mit
viel Pulpo, Tapas, Wein und Spaß besiegelt wurde. Es war alles in allem eine tolle Zeit.

März, 2018