Miriam Hamann

Während meines Aufenthaltes in den Lichtenberg Studios im Sommer 2018 habe ich mich jenen urbanen Strukturen und Elementen gewidmet, die unauffällig sind, leise, kaum bemerkbar. Die Details im großen Ganzen, die skulpturalen Qualitäten des Alltäglichen standen dabei im Mittelpunkt.
Insbesondere haben mich jene Oberflächen und Gegenstände interessiert, die eine Verdoppelung realer Gegebenheiten aufweisen. Ein besonderes Augenmerk legte ich dabei auf spiegelnde Flächen als Teil urbaner Strukturen. Vieler dieser Flächen sind für uns selbstverständlich, sie sind architektonische Elemente und als solche in den Stadtraum integriert. Manche wiederum entstehen zufällig, durch das Abstellen eines Glases, das Wegwerfen eines Spiegels.
In meinen künstlerischen Recherchen, die mich durch ganz Lichtenberg führten, diente der Spiegel als fokussierendes Element, das die urbanen Gegebenheiten in ein neues Licht setzt. Die während meiner Zeit in Lichtenberg entstandene Sammlung an Bildern ist nun Ausgangspunkt einer neuen Werkserie, bei der die spiegelnden Flächen aus ihrem ursprünglichen Kontext entnommen und in den Innenraum gebracht werden. Dort sollen sie, die reale Gegebenheit im Außenraum nachformend, transformierend oder neu kontextualisierend, zu eigenständigen skulpturalen Arbeiten werden.Die dem Material Glas immanente Grenze zwischen Innen und Außen dient dabei als grundlegendes Element, um neue Räume und Wahrnehmungsformen zu schaffen.

Februar, 2019

Jessica Arseneau

Die dritte Landschaft, die von der Institution für ein errichtetes Modell übernommen wurde, ist zum
Verschwinden verdammt.
– Frei nach Gilles Clément, „Manifest der Dritten Landschaft“

Februar, 2019