Rouzbeh Rashidi, Lecture

Rouzbeh Rashidi ist im September zu Gast in den Lichtenberg Studios und hält am 23. September 2021 um 19 Uhr eine Lecture in englischer Sprache zu seiner künstlerischen filmischen Arbeit.

„Das Homo Sapiens Project (HSP) ist das Destillat und in gewisser Weise der Höhepunkt meiner experimentellen Filmpraxis. Ich habe mich immer dafür eingesetzt, zutiefst persönliche, formal experimentelle Arbeiten zu machen, die die Grenzen zwischen entfremdeter subjektiver Wahrnehmung und der unerschöpflichen Rätselhaftigkeit des bewegten Bildes aufheben. Ich betrachte das Kino (im weitesten Sinne des Wortes) als ein Labor und meine audiovisuellen Arbeiten als Experimente, bei denen meine eigene Wahrnehmung und mein Innenleben als „Reagenz“ eingesetzt werden. Ich beginne meine Arbeit mit Ton und Bild und arbeite intuitiv nach außen hin an Ideen. Ich verzichte im Allgemeinen auf das Schreiben von Drehbüchern und betrachte den Prozess der Herstellung bewegter Bilder eher als Erkundung denn als Illustration. Meine Arbeit ist eng mit der Filmgeschichte verbunden.“ (Rouzbeh Rashidi)

HSP wird einmal 1.000 Kurzfilme hervorbringen. In seiner Gesamtheit wird dies ein einzigartiges Projekt sein: kein gefilmtes Leben, sondern Filmemachen als Parallele zum Leben und ein paralleles Leben; ein „Durchdenken“ des Kinos, das die Grenzen des Mediums bis zum Äußersten auslotet, das die Praxis eines Künstlers umfassen kann.

Rouzbeh Rashidi (geboren 1980 in Teheran) ist ein iranisch-irischer Filmemacher. Er dreht seit 2000 Filme und gründete zu dieser Zeit die Experimental Film Society in Teheran.

September, 2021

Berlin-DIEresidenz 2020

La Perruque und Elisabeth Sonneck, die letztjährigen Teilnehmerinnen des Austauschprogramms, zeigen in der Museums-Lounge ab dem 23. September 2021 ihre in Berlin und Die entstandenen Arbeiten.

Die Ausstellung „Berlin-DIEresidenz 2020“ eröffnet am 22. September 2021 um 19 Uhr und gibt bis zum 7. November einen Einblick in das Austauschprogramm Berlin-DIEresidenz.

Seit 2018 besteht eine Kooperation zwischen den Lichtenberg Studios und der DIEresidenz, einem in der Nähe von Die, Frankreich gelegenem Haus, in dem die Kuratorin Conny Becker mit ihrer Familie lebt. Das Haus ist nur 10 Minuten mit dem Fahrrad von Die entfernt und liegt dennoch völlig abgeschieden im “dunklen” Wald. Für die jeweiligen Resident*innen steht eine Einliegerwohnung und ein Atelier zur Verfügung.

Bei ihren Recherchen fanden Lucie Chaumont und Nadine Allibert (La Perruque) einen Fragebogen über die Rückkehr des Fuchses in die Stadt, in dem Verhaltensregeln für den Umgang mit diesem Tier aufgeführt waren. Sie wählten die ambivalentesten Fragen aus und brachten sie dann im öffentlichen Raum auf Gittern und Zäunen an, die Kleingärten, Brachland oder Durchgänge abgrenzten. Wie verhält man sich, wenn man auf etwas Fremdes stößt? Fremd in Bezug auf seinen Garten, sein Eigentum, sein Land? Die Künstlerinnen hinterfragen Grenzen und stellen fest, dass man das Leben nicht aufhalten kann, sei es menschlich oder viral.

Elisabeth Sonnecks Malerei ist dominiert von der Geste und der ewigen Neuschöpfung von Farbtönen. Dabei unterscheidet sie sich von der gestischen Abstraktion eines Abstract Expressionism oder Informel, da ihre Geste nicht expressiv ist, sondern kontrolliert-konzeptuell. Wie die amerikanische Malerin Agnes Martin verbindet Sonneck Farbfeldmalerei mit geometrischer Abstraktion und folgt dabei klaren Regeln. Meist verlaufen die rhythmisierten Farbbahnen in der finalen Arbeit vertikal, seltener horizontal. Auch die Bildgröße variiert kaum, da die Künstlerin ihr Bildformat ihrer Armspanne und der Pinselbreite anpasst.

September, 2021