DIEresidenz

Ausstellung Lichtenberg Studios Dezember 2019

Schaufenster, Türrschmidtstr. 24

Berit Myrebøe – Super position
Lynn Pook – Spiel Platz

Eröffnung: Sonntag 24. November, 16 Uhr

Ausstellungsdauer bis 2. Februar 2020

Seit 2018 besteht eine Kooperation zwischen den Lichtenberg Studios und der DIEresidenz, einem in der Nähe von Die gelegenem Haus in dem die Kuratorin Conny Becker mit ihrer Familie lebt. Das Haus lieg zwar nur 10 Minuten mit dem Fahrrad von Die entfernt aber trotzdem völlig abgeschieden im “dunklen” Wald, für die jeweiligen Resident*innen steht eine Einliegerwohnung und ein Atelier zur Verfügung. Der Austausch findet im August/September statt, ein(e) Resident*in aus Frankreich kommt im August in die Lichtenberg Studios udn ein(e) Berliner Künstler*in fährt im September nach Die. Anfang Oktober findet am Ort der DIEresidenz im Atelier eine Ausstellung der Beiden Künstler*innen statt. Den Anfang machten letzten Jahres Yann Le Crouhennec aus Die und Anne Staszkiewicz aus Berlin. Die “Ergebnisse” des diesjährigen Austausches, zeigen wir nun in einem kleinen Ausschnitt im Schaufenster.

Bei Ihren Recherchen in Lichtenberg fielen Lynn Pook die Spielplätze und vor allem ihre Mangigfalltigkeit und Vielzahl auf. Aus Frankreich war sie es gewöhnt eher wenig interessante, häufig etwas verwahrloste Plätze vorzufinden die wenig zum Spielen oder Aufenthalt einluden. Um so mehr faszinierte sie die kreative Vielfalt der Anlagen und der einzelnen Spielgeräte, so wie ihrer Materialität, meist wird Holz verbaut. So fing Lynn Pook, die auch für Theaterproduktionen arbeitet, hier im Kostümbereich, und in ihrer Kunst einen körperlichen Zugang sucht an, diverse Spielplätze zu beobachten. Sie sprach mit Menschen die sie vor Ort traf und schaute sich vor allem an wie sich die Kinder den für sie geschaffenen Ort aneigneten, wie sie sich bewegten und welche Strecken sie zurücklegten. Aus dieser Recherche die auch mit Skizzen und Fotos dokumentiert wurde, die in der aktuellen Ausstellung leider nicht gezeigt werden können, entwickelte Lynn Pook eine Choreographie, die sie dann filmisch umsetzte.

Die in Berlin lebende norwegische Künstlerin Berit Myrebøe arbeitete einen Monat lang in Die an einer neuen Serie auf Papier – einer Mischung aus überlagerten Fotografien, Malerei und Zeichnung auf unterschiedlichsten Papiersorten. Berit Myrebøe schafft imaginäre Landschaften auf Aluminium oder – wie bei der DIEresidenz – auf Papier durch Überlagerungen. In Die arbeitet sie mit einer ähnlichen Technik auf Papier, nicht auf Aluminium. Papiere mit unterschiedlichen Texturen, Weißabstufungen und Transparenten werden übereinandergelegt, geschichtet. Die gedruckte, transferierte Bildunterlage wird überarbeitet, teilweise entfernt, zerkratzt, mit Ölfarbe und Sprays übermalt. Durch das Auftragen von Lacken oder Leinöl erhält sie transparente oder glänzende Teile um Details des „darunterliegenden“ Bildes hervorzuheben oder zu verbergen. Es entstehen überarbeitete Zeichnungen und Collagen die vielmehr Malereien sind.

Berit Myrebøe arbeitet seriell mit denselben Motiven, die durch verschiedenen Ebenen, Überlagerungen und Überarbeitungen zu einzelnen Bildern werden. Die Wiederholung des Motivs erinnert an eine Filmsequenz – obwohl sie keine Geschichte erzählt. Es ist eher so, als würden Schnappschüsse nebeneinander gelegt. Schnipsel von Träumen oder Erinnerungen.

Hierzu möchten wir sie herzlichst einladen.

November, 2019