LichtenbergInsel

April, 2015

Charline Zongos

Um Inspiration für meine Arbeit zu finden, habe ich mich auf einen Spaziergang durch den Stadtteil Lichtenberg begeben. Besonders interessiert haben mich dabei die Spuren, die von den dort lebenden Menschen hinterlassen werden. Durch ihre Spuren prägen sie den Stadtteil und erschaffen den Geist eines Ortes, da in diesen ihre Geschichten sichtbar werden, obwohl sie selbst flüchtig sind. Häufig sind es Kleinigkeiten, die im Alltag oft übersehen werden, aber bei einer Veränderung des Blickwinkels in einem neuen Kontext erscheinen und so einen größeren Zusammenhang ergeben können.

In den Straßen liegt oft Allerlei herum, das von den Leuten nicht weiter beachtet wird. Ich möchte mittels gezielter Mitteilungen auf diese Dinge aufmerksam machen und die darin enthaltenen Spuren sichtbar machen. Dafür verwende ich Zeitungsausschnitte, die ich vor Ort gefunden habe und stelle diese in Bezug zu der vorgefundenen Situation. Montiert auf einem Stück Pappkarton werden sie aus der Menge enthoben und erschaffen so einen neuen Kontext. Dabei entstehen oft sarkastische Arbeiten, die sich direkt an den Betrachter wenden und ihn animieren sollen, sich mit seiner Umgebung kritisch auseinanderzusetzen.

Februar, 2018

Lisa Sinan Mrozinski

Für das Projekt habe ich Menschen in Berlin-Lichtenberg gebeten, ihren Nachhauseweg aufzuzeichnen. Mein Interesse galt nicht der Korrektheit und Nachvollziehbarkeit der Strecken, sondern der Qualität der spontan entstehenden Zeichnungen. Deswegen verzichtete ich darauf, den Personen, welche ich größtenteils in Cafés ansprach, den Zweck der Zeichnung/ das Ziel des Auftrags zu nennen. Die Zeichnungen sollten möglichst frei, losgelöst von einem künstlerischen Anspruch und Druck entstehen. Der Fokus der Zeichner_innen lag so auf dem informativen bzw. kommunikativen Charakter ihrer Skizze.

Entstanden sind hierbei sehr persönliche, detaillierte Zeichnungen mit individueller Linienführung, deren Charme in der Direktheit liegt.

Februar, 2018